Archiv für Juni 2016

Gründungserklärung

„Wenn Faschisten angreifen, sorgt dafür, dass sie es nie wieder tun!“ -
Was von vielen oftmals als einfältige, primitive Parole abgetan wird, sollte in Zeiten wie diesen wieder zu den Leitsätzen antifaschistischer Arbeit zählen.
Zeit für eine radikalere Linke!

Dass im Erzgebirge die Scheiße am dampfen ist, dürfte vielen schon durch bestehende Strukturen bekannt sein. Jedoch soll in dem Artikel nicht auf die politische Lage in Sachsen oder im Landkreis und deren Ursachen eingegangen werden, sondern darauf, warum sich nun eine radikale Linke gründet und gründen muss.

Lokale antifaschistische Initiativen rennen seit Jahren Demonstrationen der neuen Rechten (Freigeist, XXGida, AfD, etc.) hinterher, ohne wirklich wirksames auf die Beine zu stellen. Sie hängen sich an politischen Abwehrkämpfen auf, die sie nur schwer gewinnen können und vergessen dabei, faschistische Keimzellen und Strukturen im Hinterland zu zerschlagen. Selbstverständlich sind auch diese Gruppen und Bündnisse unverzichtbar für die Region.
Nichtsdestotrotz suchen wir nach wirkungsvolleren Strategien, vor allem im Umgang mit Faschisten.

„Gewalt erzeugt immer Gegengewalt.“ – Korrekt. Jedoch hat faschistische Gewalt in Deutschland einen neuen Höhepunkt erreicht. Vieles spricht dafür, dass es lediglich eine Frage der Zeit ist, wann die ersten Opfer durch den neuen Rechtsterror zu beklagen sind.
Aus diesem Grund sehen wir es als unsere Pflicht an, keinen einzigen Angriff auf uns, unsere GenossInnen, unsere Werte und unsere Sicherheit unbeantwortet zu lassen.
Der Staat und die teils völlig desorientierte, abgestumpfte Mitte versuchen tagtäglich erneut, linksradikale mit faschistischer Gewalt gleichzusetzen. Um zu erklären, warum diese Annahme schwachsinnig und reaktionär ist, bedarf es nicht vieler Worte:
Faschisten sind in der Regel darauf aus, Menschen aufgrund bestimmter äußerlicher Merkmale oder gegensetzlicher politischer Meinungen anzugreifen und diese entweder schwer zu verletzten oder zu töten. Um politische Morde, wie etwa in der Ukraine oder vor ein paar Tagen in UK, zu verhindern und die Faschisten in ihrer Bewegungs- und Handlungsfreiheit einzuschränken, muss diesen von radikalen Linken in jeder erdenklichen Situation etwas entgegengesetzt werden. Um es mit einem Zitat des altgedienten Antifaschisten Bernd Langer zu sagen: „Faschismus ist die höchste Form der Gewalt. Da musst du militant antworten können. Das geht sonst gar nicht. Also gewaltfreier Widerstand gegen Faschisten ist – wenn man die Geschichte des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkrieges und so weiter sieht – für mich absurd.“

Wir haben uns aus einem einfachen Grund zu einer Gruppe formiert – um den Nazis, Faschos und allen, die Gewalt gegen andere Personen ausüben, um diese wegen ihrer politischen Anschauungen, Abstammungen oder Äußerlichkeiten einzuschüchtern, zu verdrängen, zu verletzen oder zu töten, deutlich zu machen, dass sie mit jedem Angriff auch mit Konsequenzen zu rechnen haben.

Eine erste Aktion wurde bereits in der Nacht von Donnerstag auf Freitag in Annaberg – Buchholz durchgeführt als wir eine Nazikarre entglasten, an der eine Reichsflagge angebracht war.

Weitere Aktionen sind angedacht.

Über uns

Wir sind ein Kollektiv von ideell und immanent autonomen Individuen.
Das heißt, dass wir weder dem Kurs einer Partei oder
Organisation noch irgendwelchen anderen Dogmen folgen. Unserem Zusammentreten liegt ein fundierter antifaschistischer und
progressiver Grundkonsens dar. Wir sind für jede Unterstützung dankbar, allerdings begrüßen wir es gleichermaßen, wenn
ihr euch mit besser strukturiereten Formen fortschrittlicher Arbeit solidarisiert.